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Donnerstag, 2. November 2017

Hasta luego, Hilux !

Hörblog:











Lesen:


Und so betreten wir unser 19tes Land. Wie immer, freundlichste Abfertigung, und wieder: "Bienvenidos in Uruguay" .....wär hätte gedacht, das wir uns mal freuen Spanisch zu hören ?
Wir übernachten in einem riesgen Areal am Meer. Im Nationalpark Santa Teresa.
Siehe hier :  https://de.m.wikipedia.org/wiki/Nationalpark_Santa_Teresa
Wir besuchen die Festung darin, sowie einen kleine Zoo mit landestypischen Tieren, der von Soldaten mehr schlecht als recht erhalten wird.
                                                    sooo gross sind die Nutria´s hier !

Da absolute Nachsaison ist, gab es nirgendwo im ganzen Park eine "Zahlstelle". Alle Facilities sind geschlossen. Allein die Tatsache, das es viele hundert (!) mit Nummern versehene Campspots gibt, lässt erahnen, was hier im Sommer los ist !
Unsere letzten Kilometer führen uns auch durch Punta del Este, das Erholungsgebiet der uruguyanischen Oberschicht. Villen, edle Restaurants, noble Geschäfte ohne Ende......aber ausgestorben und geschlossen.
siehe hier : https://de.m.wikipedia.org/wiki/Punta_del_Este
Und schon ist es soweit : Am 13.05.2017 erreichen wir den Platz von Heinz, dem Schweizer, das "Paraiso Suiza". Unsere letzte Station.
Wir sind nicht alleine. Drei weitere Fahrzeuge mit Besatzung stehen auf der Wiese.
Hier ist der unter Overlandern hinlänglich bekannte "Vorbereitungsplatz" ......entweder um das grade im ca. 50km entfernten Hafen in Montevideo abgeholte und aus Europa kommende Fahrzeug "reisefertig" zu machen----oder eben andersrum, wie in unsrem Fall.....und ebenso bei den anwesenden Kollegen. Es ist jetzt Winter hier, keine gute Jahreszeit um einen Overlandtrip zu starten ! Hier kommt wieder so ab Ende November "Leben in die Bude".....bis dahin ist Heinz "Herr" über ein Millionenvermögen in Form abgestellter Overlandfahrzeugen, vom kleinen Landcruiser bis zum MAN 12 Tonner und diversen Unimogs.
Deren Besitzer haben auch kein "Bock" auf Winter....Geld genug ist ja da.....und so verbringt man den angenehmen Sommer in Europa. Wird es dann dort wieder ungemütlich, wird der Diesel bei Heinz wieder abgeholt.....gut bewacht und täglich gelüftet !
Für uns keine Option. Wir wollen mit unserem "Amigo" wieder nach Europa.
Und so räumen wir einmal alles aus dem Hilux aus, und das was mitgeht wieder rein !
Klar, jetzt mischt sich Wehmut mit Vorfreude, die aber klar überwiegt. Das Gefühl, in diesem Gefährt unglaubliche zwei Jahre verbracht zu haben, erfüllt uns mit, na ja, ungläubigem Staunen, und wir stehen klar zu unserer Entscheidung das für unseren "the americas" overlandtrip hier Endstation ist.
Und so fahren wir am 18.05.2017 nach Montevideo, treffen unsere
Verschiffungsagentin, die uns am nächsten Tag auch im Hafen bei den Abgabe und Zollformalitäten behilflich ist.
So geschieht es denn auch. Unsere Freund hat es geschafft, und geht übern grossen Teich auf seine Reise ! Tschau lieber Hilux, wir werden dich pünktlich in Hamburg "gebührend" in Empfang nehmen. Hasta luego, LUX !
Nicht ohne feuchte Augen verlassen wir das Hafengelände, laufen zu Fuss zu unserem Hotel mitten in Montevideo zurück. Ganz normale Fussgänger, denen man nicht ansieht, was für eine Reise hier gerade zu Ende ging.
Für die "Auslaufrunde", die schon gebucht und geplant ist, sind wir als Fussgänger und Busbenutzer besser gewappnet.
Stadtbesuch steht an : das Unesco Weltkulturerbe "Colonia del Sacramento"
siehe hier:  https://de.wikipedia.org/wiki/Colonia_del_Sacramento      ......und da gegenüber, 1'h Schnellfähre nur entfernt : Buenos Aires !!

Montag, 11. September 2017

Gefahrene Strecke in Brasilien


Brasilien: ......Wasser und Winter !

Brasilien: ......"Wasser und Winter" (22.04.2017-11.05.2017)


Hörblog:
 



 Lesen:


Die Grenzabfertigung in Richtung Brasilien ist gewohnt freundlich und leger, der Grenzer spricht Englisch.....das sollte dann aber auch vorerst das letzte Mal sein, das wir einen ganzen Satz verstehen.....Bem vindo Brasil....und nix mehr "Bienvenidos".... Unser mühevoll gelerntes Spanisch verliert rapide an Wert....Brasilien spricht portugiesisch ! Shit, die Sprachmelodie, der Wortschatz.... gehe zurück auf "Start".
Na ja, erstmal fahren wir nur wenige Kilometer nach der Grenze zu unserem geplanten Campspot " Paudimar".
Siehe hier : https://www.paudimar.com.br/
Von dort aus wollen wir ein letztes Naturhighlight erkunden: Die Iguazu Wasserfälle !Idealer Standort.....und beste Aussichten auf Sport, Spiel, Spannung .....denn nicht zu übersehen parkt da schon ein grüner 911er Mercedes  Rundhauber....und rund um den quieken Kinder.....genau, Romy und Leven und als "Zugabe" klar die Eltern Torben und Michi....beste Reisefreunde !
Wir machen uns breit, schmieden Pläne für die nächsten Tage, nehmen die Community Küche in Beschlag...kochen zusammen was das Zeug hält!
Wir buchen beim Hostel eine Fahrt zur argentinischen Seite der Wasserfälle - und halten unserem Hilux "das Wort".....wir versprachen ihm.....er muss nicht mehr nach Argentinien !
Wie war's?? Gigantisch ! Top angelegter Nationalpark mit kleiner Eisenbahn zum Erreichen der verschiedenen Ebenen des Wasserfallgebietes.....tolle Wanderwege, wirklich "geile" Aussichtsplattformen , mal oberhalb mal unterhalb der hunderten verschiedenen "Fälle".
Wir verbringen den ganzen Tag dort, wandern hoch und runter....bei strahlendem Sonnenschein. Nachmittags lässt dann auch der Besucherstrom nach....und auf den Wegen durch üppigstes Grün, Wassergemurmele, frechen Nasenbären die immer wieder auf Brotzeit Beute aus sind, schreiend bunte Vögel in den Bäumen, kommt wieder dieses spezielle "Urwaldfeeling" auf, wo wir uns als "Entdecker" fühlen....und dies innerhalb eines der meistbesuchtesten Nationalparks Amerika's !
Mit der allerletzten Schmalspurbahn fahren wir zum Ausgang. Ziemlich kaputt, aber voll zufrieden mit dem tollen Tag. Schaut euch die Bilder an !

Iguazu Wasserfälle Tag 2: Brasilien !
Der Eingang ist nur einen "Katzensprung" vom Paudimar entfernt...per "Rundhabertaxi" fahren wir zu sechst zum Eingang. Weniger Betrieb - weniger Eintritt - weniger spektakulär, so kann man "versuchen" beide Seiten zu vergleichen. Ist und bleibt aber eine persönliche Einschätzung. Klar gilt auch hier der Grundsatz...."wenn man schon mal hier ist....."
Gemeinsames "Shopping" in Paraguay steht nochmals auf dem Programm. Mit dem Stadtbus geht es total relaxed wieder über die Grenzbrücke nach Ciudad del Este. Von dem Tags zuvor verübten "Jahrhundertraub"  lässt sich die paraguayanische Elektronik - Schmuggelmeile jedenfalls nicht beeinflussen. Siehe hier : http://www.spiegel.de/fotostrecke/paraguay-der-jahrhundert-raub-von-ciudad-del-este-fotostrecke-146887.html
Business as usual ist angesagt und so geht es mit diversen Taschen abends wieder zurück nach Brasilien. Abschied von "Hippie-trail.de"....See you in Germany !
Nach einem superheftigen Gewitter mit Flutung des Camps machen wir uns früh vom Acker, nicht bevor wir dem "parque de aves" noch einen Besuch abgestatten haben. Absolut lohnenswerter, liebevoll ausgestatteter Vogelpark mit Tucanen, aller Arten von Grosspapageien, begehbaren Grossvolieren mit "Kontakt" zu den farbenfrohen Tieren.
siehe hier : http://www.parquedasaves.com.br/pt.html
Vor allem der Tucan, der meine Schuhe so Klasse fand, sorgte für Lacher !
Es ist der 26.04.2017. Wir machen uns auf Richtung brasilianischer Küste. Auf der BR-277 machen wir noch einiges an Kilometer, schaffen es bis Cantagalo.Die Strasse ist zum grossen Teil 4-spurig, kostet jede Menge Maut, aber mangels echter Alternative ballern wir eben auf dieser "Autobahn"  die etwa 700km bis Paranagua "herunter".
Es ist mein Geburtstag. Wir gönnen uns ein Frühstück im angrenzenden Hotel unseren Übernachtungsplatzes. Happy Birthday , Manni. Der zweite Geburtstag "unterwegs".
Für die ganz aufmerksamen Leser: wo waren wir genau an diesem Tag vor einem Jahr ?
Am Lake Atitlan, Guatemala !.......unglaublich......!
Nach einen weiteren Fahrtag mit Übernachtung auf einem Campspot namens "no Sol".... nein, heisst nicht "keine Sonne" , sondern "in der Sonne"....verrücktes portugiesich eben, auf dem zwei hungrige Katzen um uns herumschleichen, kommen wir an die Küste.
Brasilianische Küste. Wer jetzt an Puderzuckersand und blaues, klares Wasser denkt liegt hier im Süden....leider völlig daneben. Entweder Städte mit Bettenburgen......oder Haus an Haus....das Meer aufgewühlt, kalt, Strände, ja, aber direkt an der "Strandpromenadenstrasse"
Absolut nicht unser Ding und so "fliehen" wir auf der belebten BR 101 Richtung Süden, vorbei an endlosen "Balnearios" Strandstädten für "Massentourismus" der Locals.
Ruhe und Erholung finden wir  pünktlich zum Ende eines "brasilianischen Langwochenendes mit Feiertag"  am südlichen Zipfel der Halbinsel Porta Belo.
Dort, an der schmalsten Stelle der Landzunge, gibt es das Paraiso Real. Und der Name ist Programm. Bei einer luxoriösen Appartmentanlage gibt es einen ebensolchen Campspot !
Beste, gepflegteste Facilities, ja sogar ein TV Raum, Küche, alles da ! Alles erinnert an das Mittelmeer....wir können uns die Meerseite, die wir beide in zwei Minuten zu Fuss erreichen können, aussuchen ! Seite 1 : Endloser Strand mit schönen Wellen....Seite 2: Kleiner, romantischer Fischerhafen.....mit Bar's an der ruhigen Wasserlinie.....und perfektem Sonnenuntergang !
Wir bleiben 4 Tage, merken ganz gewaltig, das uns die Szenerie hier an "Mittelmeerflair" erinnert....und das ist uns überhaupt nicht "unangenehm", im Gegenteil: Wir geniessen es sehr !
Das Wetter wird wieder "Südamerikanisch winterlicher". Regen und Wind kommt auf. Die Tage werden sofort merklich kühler....und nachts, also ab 18.00 Uhr, geht das Thermometer dann auf 5-8 Grad runter.....!
Am 19.05 2017 müssen wir den Hilux in Montevideo am Hafen abgeben.....am 3.Mai verlassen wir das "reale Paradies" ....gut erholt, und der europäische Vorgeschmack.....tat erstmal eher gut als "weh" !
Wir fahren die BR -101 weiter in südlicher Richtung. Vorbei an der Skyline von Florianapolis, biegen wir bei Laguna ans Meer ab. Es erwartet uns ein typischer Surferspot. Hohe Wellen, Salzgischt, Wind, breiter Sandsstrandstreifen. Wir knallen unseren Lux mit Allrad und Untersetzung eine kleine Sanddüne hinauf, in eine dahinterliegende Kuhle. Windschutz ist das A und O inzwischen. Wir verbringen ein ruhige Nacht, und da Wetter und Landschaft nicht mehr hergeben, spuren wir am nächsten Tag wieder auf die BR 101 ein und landen in Torres, einer Stadt am Meer. Da viele Campspots schon geschlossen haben, freuen wir uns um so mehr, das der Besitzer vom "Camping Cabanas Guarita" grade gehen will, uns aber freundlich nochmals das Tor öffnet, ein Schlüssel zum Einfahrtstor gibt, uns willkommen heisst und dann schnell verschwindet.
Wir sind alleine auf dem ganzen Platz. Es gibt Duschen, Wifi, eine funktionsfähige, einfache Küche. Da unser Gasflasche inzwischen leer ist, kommt uns dies sehr gelegen !
Am nächsten Tag kommen Bettina und Andreas mit ihrem Sprinter an. Die beiden hatten wir schon beim "Hasta la Pasta" in Paraguay getroffen. Gemeinsam fahren wir zur Itaimbenzhino Schlucht.....und wieder zurück. Das Wetter ist so schlecht, Regen, Nebel und kalt, das wir nicht bleiben, sondern nach Torres zurückfahren.
Das Wetter macht sich, und so machen Daggi und ich am nächsten Tag eine ausgedehnte Wanderung an die früher als Schutzburg benutzen Küstenfelsen. Neben einem Sonnenbad eröffnen sich klasse Aussichten auf das wilde Meer !
Nach vier Nächten hier, machen wir uns wieder auf. So langsam realisieren wir , dass dies hier die letzten Kilometer unseres 2 - Jahres Trip werden.
Ein kleines Highlight liegt jetzt noch vor uns. Sand und Strandfahren ! Was in Europa nicht mehr möglich ist, ist hier "normal" : Ausgedehnte Fahrten direkt am Strand entlang, sowohl von Fischern, wie von den Locals, die einfach ins nächste Dorf wollen. Da Allradpickup's die Standardfahrzeuge hier sind, werden diese hier sinnvoll genutzt, und nicht nur als "Show oder Kiesgrubenfahrzeuge".
Wir fahren von Estreito von der BR 101 direkt an den Strand. Schon die Zufahrt ist Weichsand und fahren macht entsprechend "Laune". Ein Übernachtungsplatz ist in einem kleinen Wäldchen hinter der Dünenlinie schnell gefunden. Vorne am Strand bläst es gewältig-hier haben wir idyllische Ruhe, geniessen den Nachmittag in der Sonne. Schöner Platz !
Am nächsten Morgen geht es durch die Dünen an die Strandlinie. Was ein Spass, den Hilux durch den Sand "fliegen" zu lassen !

Wir fahren so etwa 40km , fahren auf der Höhe von Sao Jose do Norte weg vom Strand......direkt vor ein Fischrestaurant, wo wir ein mächtiges 5 Gänge Meeresfrüchtemenü vom feinsten "verputzen".
Dann geht es mit der Fähre nach Rio Grande, einer "Industriestadt" mit riesigem Containerhafen, Raffinerien und Chemiefabriken. Wir umfahren diese, übernachten an einem "Arbeitercamp", was Arbeitgeber ihren Mitarbeitern sozusagen als "sozial Add-on" sponsoren.
Es ist der 11.05.2017, wir kommen nach Chuy, der Stadt an der Grenze zu Uruguay. Unser letztes Land. Tja, es mehren sich die "ein letztes Mal"....letzte Grenze, ein letztes Mal tanken, Ölkontrolle, Kaffee morgens für mich im "zweiten Stock"...
Chuy gibt nicht wirklich was her. Kennst du Ciudad del Este , weisst du, wie ein Grenzstadt "pulsieren" kann ! Da ist es wieder...."Alles schon höher, weiter, härter, kälter , bunter"....gesehen ! Zeit, das unser Kleinhirn zwei Jahre Bombardement auf alle Sinne und Gefühle verarbeiten kann.....!
Und so verlassen wir Brasilien.....kurzes Gastspiel, zu kurz um Land und Leute wirklich kennen zu lernen. Was bleibt ? Portugiesisch hat für uns nix mit Spanisch zu tun !